Zeichnen in der Mittelstufe

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Hell-Dunkel-Zeichnen in Klasse 6

Bernd Kettel

Beim Hell-Dunkel-Zeichnen greift man gerne auf die Erfahrungen zurück, die während der Physik-Epoche gemacht wurden. Dort sahen die Schüler verschiedene Versuchsanordnungen, die sie den Charakter des Lichts sowie das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit erleben ließen. Während des Hell-Dunkel-Zeichnens erinnern wir uns an diese Versuche und gehen nun mit den Phänomenen vorstellend um. Wir haben nun keine Versuchsobjekte mehr vor uns, sondern gestalten das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit ausschließlich mit unseren Vorstellungskräften. Das Ziel besteht darin, möglichst konkrete, das heißt, physikalisch korrekte Vorstellungen zu bilden, die wir dann praktisch mit Zeichenstift und Papier umsetzen.

Wir begannen mit einer einfachen Übung. Die Schüler sollten sich eine Kugel vorstellen, die vom Licht getroffen wird. Sofort war allen klar, dass sie eine beleuchtete und eine unbeleuchtete Seite haben würde. Wir konnten auch herausarbeiten, dass es Übergänge von Hell nach Dunkel geben müsste. Die Schüler konnten genau sagen, wo diese Übergänge zu sehen wären: am Licht-Schatten-Äquator der Kugel. Dieser Äquator wiederum würde bestimmt durch den Ort der Lichtquelle. Bewegte man das Licht, veränderte auch der Äquator seine Lage.

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Es ist für das Hell-Dunkel-Zeichnen von ganz entscheidender Bedeutung, dass der Prozess des Umganges mit Licht und Dunkelheit im Innern beginnt, dass er entflammt und lebendig wird, so dass die Kinder die Kraft ihrer Fantasie kennen lernen und gezielt mit ihr umgehen können. Dieses Spüren und Umgehen mit der Kraft der Fantasie ist zu vergleichen mit einem Pferd, das einem zu gehorchen beginnt, das einen in ungeahnte Gefilde trägt, die vorher nicht erreichbar waren – es ist im Grunde der Anfang eines Abenteuers...

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