Eurythmie
Eurythmie ist ein künstlerischer Bewegungsunterricht, der die Kinder körperlich, seelisch und geistig beweglich und geschickt machen soll, so dass ein harmonischer Einklang von Leib und Seele entsteht. Der Leib soll gesundes Instrument der Seele werden und damit eine freie Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen. Durch die eurythmische Bewegungsschulung werden die mannigfaltigsten Fähigkeiten der Schüler gepflegt:
Feinsinniges Sprachempfinden und dessen Ausdruck in der Bewegung, musikalisch rhythmisches Empfinden Geschicklichkeit, Konzentrationsfähigkeit, aktives sich eingliedern in Gemeinschaften, künstlerisches Verarbeiten von Kompositionen und Dichtung.
Der Unterricht wird vom Kindergarten bis zur 12. Klasse erteilt. Dabei werden dem Unterricht vom Kindergarten bis etwa zur 3. Klasse Märchen, Geschichten sowie Sprüche und einfache rhythmisch-musikalische Kompositionen zugrunde gelegt.
Hierbei werden Geschicklichkeit und gemeinsames Bewegungsempfinden vorwiegend über bildhaftes Nachahmen entwickelt.
Dem zunehmend eigenständigeren Gegenübertreten der Welt wird im Unterricht ab der 4. Klasse in unterschiedlicher Weise Rechnung getragen, indem die Raumorientierung nun von der Frontalität aus geübt wird. Zu immer komplexer werdenden Raumformen werden die eurythmischen Gebärden und Bewegungen für die Laute der Sprache und die Elemente der Musik bewusst erarbeitet und als Mittel für künstlerischen Ausdruck veranlagt. Durch die Wahrnehmung der eigenen Bewegung im Verhältnis zum Gesamten wird sozial-gemeinschaftliches Zusammenarbeiten geschult.
In der Oberstufe gewinnt das künstlerische Gestalten zunehmend an Ausdruck und Eigenständigkeit. Die erarbeiteten Mittel werden in unterschiedlichen Stilen vertieft und in anspruchsvolleren musikalischen und literarischen Stücken angewandt.
Mit einem künstlerischen Abschluss in der 12. Klasse können die Schüler in der Lage sein, mit den erarbeiteten Mitteln seelisch-geistige Inhalte der Musik und Literatur künstlerisch gereift zum Ausdruck zu bringen.
Dorothea Hüttich, Andrea Böhm, Constanze Sartorius
Eurythmie-Projekte
Im Jahre 2008 studierte die damals sechste Klasse dieses Märchen in einer freiwilligen AG ein. Die Proben fanden weitgehend außerhalb des regulären Unterrichts statt und nach und nach stieß die ganze Klasse dazu und arbeitete begeistert mit.
Rudolf Steiner über Eurythmie
„Studiert man in geistig-lebendiger Anschauung die Bildung des Tones, des Vokals, des Konsonanten, des Satzbaues, der Versilbung und so weiter, so kann man sich ganz bestimmte Vorstellungen bilden, welche plastische Formen bei den entsprechenden Sprach- oder Gesangsoffenbarungen entstehen. Diese lassen sich nun durch den menschlichen Organismus, besonders durch Arme und Hände, nachbilden. Man schafft dadurch die Möglichkeit, dass das, was beim Singen und Sprechen gehört wird, gesehen werden kann.“