10. Klasse - Weben

Antepirrhema

So schauet mit bescheidnem Blick
Der ewigen Weberin Meisterstück,
Wie ein Tritt tausend Fäden regt,
Die Schifflein hinüber herüber schießen,
Die Fäden sich begegnend fließen,
Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt!
Das hat sie nicht zusammengebettelt;
Sie hat`s von Ewigkeit angezettelt,
Damit der ewige Meistermann
Getrost den Einschlag werfen kann.

(J.W. v. Goethe)

In einer 6-wöchigen Epoche mit jeweils 4 Wochenstunden wird in der 10. Klasse das Weben unterrichtet. Dabei wird an Webrahmen mit 80 cm Breite gearbeitet. Die Schüler können verschiedene Webstücke wählen, die sie ganz selbständig entwerfen. So entstehen zum Beispiel Teppiche, Schals, Taschen, Sitzkissen oder Rucksäcke in vielfältiger Farbigkeit, gefertigt aus unterschiedlichen Materialien wie Baumwolle, Seide, Leinen oder Wolle.

Das Weben umgreift das ganze Seelengefüge des Jugendlichen und ein lebendiges Wechselspiel von Denken, Fühlen und Wollen ist zu erleben:

  • Um für das Gewebe eine solide Grundlage zu schaffen, erfordert dies einen präzisen voraus planenden Denkvorgang im so genannten Ablängen und Aufbäumen der Webkette. Es wird die Länge und Breite des zukünftigen Werkstückes festgelegt und daraus Anzahl und Länge der Kettfäden errechnet.
  • Das Einlegen des so genannten Schusses spricht den Bereich des Fühlens an. Im freien Gestalten mit Farben und Formen entsteht durch ein harmonisches Miteinander von Schiffchen und Kamm ein Verdichtungsprozess, der zu einem individuellen Gewebe führt. Soll ein fehlerloser Webstoff entstehen ist ein ausdauerndes konzentriertes Eintauchen in die Tätigkeit notwendig.
  • Und zuletzt ist auch Willenseinsatz erforderlich, der im Treten der Tritte oder im Heben und Senken des Webkammes zum Ausdruck kommt, dazu natürlich im Durchhaltevermögen bei einem großen Webstück.

Andrea Petzold

Schülerarbeiten

Das Weben umgreift das ganze Seelengefüge des Jugendlichen und ein lebendiges Wechselspiel von Denken, Fühlen und Wollen ist zu erleben.

 

gewebte Tasche
Webstuhl