Am 13. Mai feierten wir das Richtfest für unseren neuen Mittelbau. Zahlreiche Menschen waren zusammengekommen: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Freunde und alle, die mit Hand und Haupt an der Errichtung des Hauses beteiligt sind. Für die Stadt Reutlingen hielt Oberbürgermeister Thomas Keck eine Ansprache, in der er die bauliche Entwicklung der Schule nachzeichnete, ihre Bedeutung als ganzheitlichen Lernort hervorhob, die wichtige Rolle der Waldorfpädagogik für Reutlingens vielfältige Bildungslandschaft betonte und an die gemeinsame Geschichte von Schule und Stadt seit 1946 erinnerte. Zuvor hatte für die Schulgemeinschaft Andrea Petzold gesprochen und dargelegt, wie im Bau eines Hauses Geist und Materie so innig verwoben sind wie in einem Kunstwerk, weil alles Bildende Kunst ist, vom Kopf bis zum Fuß, vom Herzen bis in die Hände und bis in den irdischen Bau hinein. Von Seiten der Kinder erfüllte die dritte Klasse die Feier mit Liedern aus ihrer Hausbauepoche. Ein Kanon, an dem nun auch die Oberstufe tüchtig mitwirkte, trug zum Segen der Schulgemeinschaft über das Haus ein Weiteres bei.
Im Zentrum aber stand der Segen der Erbauer: Zimmermänner in traditioneller Kluft setzten den Kranz nach altem Brauch mit einem tiefsinnigen Richtspruch des Zimmermeisters Joscha Hohnberg, brachten ein dreifaches Hoch! aus und zerbrachen das obligatorische Glas. Scherben bringen Glück, wie auch die Tatsache beweist, dass es zwar ein 13ter, aber ein Glückstag war: Das Wetter spielte mit und die Eisheiligen hatten für die Kleinen wirklich ein Eis mitgebracht, als süßes Dankeschön fürs Lauschen, Schauen, Singen und Stillsitzen. Mitnehmen durften wir alle ein Rätsel von Andrea Petzold, dessen Lösung schon die uralte Sphinx kannte.
Ein erbauliches und aufrichtendes Fest!
Thomas Mosmann