Eurythmiepädagogik: direkt & dual in Reutlingen

Vierjährige berufsbegleitende Teilzeitausbildung für Menschen mit waldorfpädagogischer Erfahrung und Vorausbildung

Das Konzept

Die berufsbegleitende Fachausbildung für Eurythmiepädagogik baut auf der Erfahrung einer pädagogischen Berufsausbildung als Zweitausbildung auf.

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Die Lehrgenehmigung ergibt sich je nach Bundesland durch das erste Fach. In Baden Württemberg muss zur Anerkennung genügend Fachkenntnis und Praxiserfahrung nachgewiesen werden, um eine Unterrichtsgenehmigung zu erhalten.

Der Schwerpunkt der Fachausbildung liegt auf der eurythmischen Instrumentalschulung speziell im Hinblick auf die Entwicklungsstufen des Kindes und der Jugendlichen, sowie der Fachdidaktik.
Zeitgleich wird von Beginn an die entsprechende praktische Erfahrung gesammelt.

Die Grundlage der Nebenfächer wie Sprachgestaltung, Menschenkunde usw. werden vorausgesetzt und in der Ausbildung fachspezifisch vertieft. Bei Bedarf müssen fehlende Grundlagen eigenverantwortlich nachgeholt werden.

Die Ausbildung für Eurythmiepädagogik erstreckt sich über vier Jahre und wird mit einem Zertifikat Eurythmiepädagogik der Sektion für Redende und Musizierende Künste, Freie Hochschule für Geisteswissenschaft am Geotheanum, Dornach CH, abgeschlossen

Der zeitliche Umfang beträgt 3600 Stunden und beinhaltet die Zeiten der Fachausbildung, die Arbeit in der pädagogischen Praxis, deren Vorbereitung sowie die eigene Übpraxis.

Durch den dualen Ansatz können die Auszubildenden direkt an ihrer pädagogischen Erfahrung anschließen: Von der Praxis in die eurythmisch erweiterte Praxis.

Zur Struktur der Fachausbildung

  • Voraussetzungen
  • Bewerbung
  • Zeitumfang
  • Lehrplan der Instrumentalschulung und Fachausbildung
  • Praxisanteil an der Schule und deren Mentorierung
  • Abschlüsse und Zertifikat
  • Ausbildungsorte
  • Rechtlicher Träger und Finanzierung

Voraussetzung

  • Abgeschlossene waldorfpädagogische Ausbildung/Studium oder sonstige umfassende pädagogische Erfahrung; Sonderzulassungen sind durch Einzelprüfung möglich
  • Bewegungsfreude und Bewegungsbegabung
  • Körperlich und mental der Ausbildung gewachsen sein
  • Kenntnis und Interesse an der Waldorfpädagogik

Bewerbungsverfahren

  • Zur Aufnahme in die Ausbildung wird ein Bewerbungsgespräch von den DozentInnen der Ausbildung geführt.
  • Folgende Unterlagen sind schriftlich abzugeben:
    Motivationsschreiben, Lebenslauf, Schulzeugnis, Abschlusszeugnis von Studium bzw. Ausbildung, Arbeitszeugnis, Führungszeugnis, Kopie des Personalausweises

Zeitumfang

Der Zeitumfang pro Studienjahr beträgt 900 Ausbildungsstunden, diese sind verteilt in:

Seminaristische Ausbildung

  • 4 Intensiv-Wochen im Schuljahr mit 8 Unterrichtsstunden pro Tag
  • Monatlich ein Intensiv-Wochenende Fr/Sa mit je 8 Unterrichtsstunden pro Tag,
    weitere Intensiv-Tage im zwei wöchentlichen Wechsel zum Intensiv-Wochenende
  • wöchentlich Online-Unterricht mit 2 Unterrichtseinheiten
  • Einzelunterstützung / Soloarbeit

Eigenes Üben

  • Eigenes Üben 6,3 Stunden/Wo
  • Referat, Präsentationen und inhaltliche Arbeit 2 Stunden/Wo
  • Vor- und Nachbereitung der eigenen Unterrichtstätigkeit
  • wöchentliche Teilnahme an einer Üb-Gruppe / künstlerische Arbeit am Heimatort 2 Stunden

Hospitationen und Praxisteil

  • Jahr 2 Stunden Hospitation und 5-10 Minuten Unterricht in Mikroeinheiten
  • Jahr 2 Stunden Hospitation und Unterricht in einer Klasse, Minimum 2-4 Stunden
  • Jahr Unterricht in zwei Klassen, Minimum 4-8 Unterrichtsstunden
  • Jahr Unterricht in zwei Klassen, Minimum 4-8 Unterrichtsstunden
  • die Praxis kann entsprechend auch im Kindergarten stattfinden
  • dazu kommen jeweils die Fachgespräche mit den pädagogischen MentorInnen

 

Der Lehrplan

Es ist uns ein Anliegen, sowohl die Grundelemente als auch ihre Anwendung in der Pädagogik beispielhaft zu vermitteln. Dadurch werden die Auszubildenden befähigt, diese aus dem initialen Erleben und Verinnerlichen in alle Altersstufen hinein zu metamorphosieren und eigenständig weiterzuentwickeln.

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Das heißt aus allen eurythmischen Grundelementen wird mit kleinen Beispielen eine Brücke in die Anwendung verschiedener Altersstufen geschlagen.


Hier kommen zwei Ausbildungsprinzipien zur Geltung:

  • die Grundelemente werden ausgebreitet in ihrer Anwendungsvielfalt in alle Altersstufen hinein
  • die Grundelemente werden fokussiert auf eine bestimmte Altersstufe

Der eigene Übweg – Die Kunst des inneren Raumes

In einer Teilzeitausbildung ist das eigene Üben und vielseitige Umgehen mit der Eurythmie essentiell, um den Prozess der Bildung und Umbildung des eigenen Leibes zum eurythmischen Instrument zu verankern.  
Die Kenntnis der Entwicklungsstufen des Menschenwesens sind in jeder Hinsicht sowohl für die eigene Schulung, als auch für die Arbeit mit den Kindern wesentlich.
Nur durch eine gute Bewegungsschulung kann letztlich im Unterrichten spontan und schöpferisch auf die Elemente zugegriffen werden, aus der Freude am Menschsein. So können die Kinder und Jugendlichen altersgemäß in ihren Impulsen zum freien Spiel und ihrer Entdeckerfreude abgeholt und angeregt werden.
Um in eine gute substantielle eurythmische Arbeit zu kommen braucht es eine gute Fragestellung. Eine gute Beobachtungsaufgabe, ist der halbe Weg.
Innere Wahrnehmungsschulung stärkt die Aufbaukräfte.
Selbsterziehung und Selbstreflektion sind erforderlich für das Geschehen im Klassenzimmer. Resilienz und Kohärenz sind die Geburtshelfer des unsichtbaren Menschen, sowohl für den Unterrichtenden, als auch für die Kinder.
Es ist eine Kunst, innere Räume zu schaffen, die bewirken, dass alles strömt –

  • Bewegungsräume, in der sich die Eurythmie entfalteten kann und jeder sich mitgenommen fühlt
  • Begegnungsräume, die berühren
  • Beziehungsräume als Geheimnis einer guten Pädagogik

Nebenfächer

Die eurythmisch-pädagogische Ausbildung wird durch weitere Fächer ergänzt und unterstützt.
EurythmielehrerInnen brauchen Fachkenntnisse in Musiktheorie, Metrik und Poetik, sowie die Fähigkeit angemessen zur Eurythmie sprechen zu können.
Menschenkundliche Grundlagenarbeit und die Auseinandersetzung mit aktueller pädagogischer Forschung und Literatur unterstützt die altersgemäße Erziehung. Vielseitige pädagogische Methoden sollen vermittelt werden.
Dazu gehört der Blick auf die gesunde körperliche, neuro- und sensomotorische, sozial-emotionale und geistige Entwicklung des Kindes, aber auch auf Besonderheiten wie Entwicklungsverzögerungen, Konstitutionstypen, heilpädagogische Themen, Neurodiversität, psychische Instabilität, Drogen, usw.
Grundlage der Ausbildung ist das Studium der Originalliteratur Rudolf Steiners zur Eurythmie.

 

Die praktische Ausbildung an der Schule

Die praktische Teil findet idealerweise in der Einrichtung statt, in der die Auszubildenden bereits unterrichten oder eine Unterrichtstätigkeit anstreben. Das heißt, die Auszubildenden wachsen von Beginn an in die pädagogische Organisation und alle damit verbundenen Aufgaben mit hinein.

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Die Auszubildenden bekommen zur Kultivierung des Hospitieren konkrete Beobachtungs- und Wahrnehmungsaufträge. Diese werden im Seminar nachbesprochen.
Die Auszubildenden nehmen ein ganzes Schuljahr hindurch am Unterricht einer Klasse teil, so dass sowohl zu den Kindern, wie auch in Zusammenarbeit mit der FachlehrerIn ein Vertrauensverhältnis entsteht und man sich im Teamteaching „die Bälle“ zuspielen kann, als wesentlicher Schritt in die Eigenständigkeit.

Pädagogische Mentorierung in der Praxis

Die Ausbildung in der Praxis findet durch die EurythmiekollegInnen der Schulen oder der Kindergärten statt und ist wesentlicher Bestandteil der Ausbildung und wird vergütet.
Ein wichtiger Anteil ist die Vor – und Nachbesprechung des Unterrichtes, vor allem der Rückfluss in die eigene Tätigkeit: „Wie führe ich eine Klasse?“

Konferenz der pädagogischen MentorInnen

Ein- bis zweimal jährlich findet ein Treffen der pädagogischen MentorInnen in Reutlingen statt.
Inhalt bei diesen Konferezen soll neben dem Erfahrungs-Austausch auch eine Mentorenschulung zur Unterstützung sein.

 

Evaluation und Prüfungsleistungen  

Sowohl in der pädagogischen Praxis wie am Seminar finden jährliche Entwicklungsgespräche statt:
Der Fortschritt im eurythmischen Schulungsweg wird durch Evaluationsgespräche mit DozentInnen und in der Einzelarbeit besprochen.
Die pädagogischen MentorInnen an den Schulen und Kindergärten schaffen den Auszubildenden jährlich Unterrichtssituationen, in denen diese ihr Können unter Beweis stellen.

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Diese werden in den Konferenzen der DozentInnen und pädagogischen MentorInnen nach besprochen.
Die Vor- und Nachbesprechungen des Unterrichts mit den pädagogischem MentorInnen, der Blick auf die Umsetzung in die eigene Tätigkeit, der Stand der Fähigkeiten und die daraus folgenden Fragestellungen werden durch die Auszubildenden zur Selbstreflexion in einem Studienbuch dokumentiert.
Seminarintern sind regelmäßige Bewährungsmomente geplant, in denen die SeminaristInnen ihre künstlerisch-pädagogischen Umsetzungen von Geschicklichkeitsübungen, Gedichten, kurzen Musikstücken, Soli, usw. demonstrieren und durch die anderen Kursteilnehmer und DozentInnen Rückmeldung erhalten.
Zur Vertiefung und Reflexion des eigenen eurythmisch-pädagogischen Schulungsweges haben Referate und schriftliche Ausarbeitungen eine wichtige Bedeutung. Die Referate dienen dem Erwerb einer professionellen Sprache über die Eurythmie im Hinblick auf die zukünftige Elternarbeit und die Mitwirkung im Kollegium.

Abschlussarbeit am Ende der Ausbildung:

  • Bearbeitung, Vorstellung und schriftliche Einreichung einer eurythmisch-pädagogisch Fragestellung oder Forschungsaufgabe
  • eurythmisch-pädagogische Präsentation
  • Künstlerischer Abschluss

 

Verantwortlichkeiten und Kooperation

Ausbildungs- und Konzeptentwicklung Eurythmiepädagogik: direkt & dual
Intitiativkreis: Elisabeth Altheim, Susanne Bukatz, Emily Wagner

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Eurythmische Instrumentalschulung und Fachdidaktik
Die Grundlagen der pädagogischen Eurythmie und der Fachdidaktik unterliegen dem  Kollegium der Ausbildung.
Die eurythmische Instrumentalbildung findet in gemeinsamer Verantwortung zwischen den  Eurythmiepädagogen und dem Eurythmeum Stuttgart statt.

Begleitende Mentorierung der Ausbildung
Die begleitende Mentorierung der Ausbildung in Beziehung zur Sektion für Redenden und  Musizierende Künste verantwortet Silke Sponheuer.

Rechtlicher Träger und Finanzierung

Die rechtliche Trägerschaft und die gesamte Verwaltung der Ausbildung findet unter dem  Dach der Freien Georgenschule, Waldorfschule Reutlingen statt.

Kooperation

Die Ausbildung findet in Kooperation statt mit

  • dem Eurythmeum und der Hochschule für Waldorfpädagogik in Stuttgart
  • dem Bund der Freien Waldorfschulen
  • der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg